Sonntag, 12. Oktober 2014

Paradis mit Hindernissen

Hallo liebe Leser,

nun wollen wir endlich mal wieder mit einem - für Euch hoffentlich
interessanten Bericht - starten.
Dafür haben wir nun endlich den perfekten Grund gefunden: National Days,
auch bekannt als "golden Week"
Anders als in Deutschland, wo es "nur" den Tag der Einheit gibt, wird hier
aus dem Tag eine ganze Woche
(ok, dafür mußten wir den Sonntag vorher "einarbeiten" und auch den
jetzigen Samstag.... aber was tut man nicht alles für SIEBEN FREIE TAGE?!)

Es gibt in China zwei wichtige Feiertage:
Das wäre zum einen "Chinese New Year", der meist dafür genutzt wird um die
Familie zu besuchen und die eben vorgestellte "Golden Week" die wird zum Reisen genutzt.
Und so hat man 2x im Jahr die größten Reisenwellen der Welt um sich, wenn
man denn so deppert ist und in China lebt und arbeitet :)
Das ganze kündigte sich schon ein paar Tage vor den Feiertagen an. Um zu
meinem Shuttebus zu kommen, muss ich nämlich zwei Stationen mit der Metro
fahren.
Da unsere Metro Linie 2 zwischen gleich zwei Flughäfen pendelt (der
internationale Pudong Airport und der nationale Hongqiao) war die natürlich
nicht nur randvoll mit Chinesen, sondern auch mit deren Gepäck.
Und so haben wir uns überlegt, dem ganzen ein Schnippchen zu schlagen und
sind am Tag 1 der golden Week noch in Shanghai geblieben.

Der Plan hat pefekt funktioniert, als wir dann am Donnerstag aufgebrochen
sind, war die Stadt bereits wie leer gefegt und wir konnten ganz gemütlich
mit der Metro zum Flughafen und haben sogar beide einen Sitzplatz ergattern
können. So mag ich das :)
Am Flughafen angekommen, das böse Erwachen!
Auf Empfehlung einer Freundin haben wir über Vietnam Airlines gebucht.
Dummerweise haben die unseren ersten Flug nach Nha Trang einfach gecancelt,
so dass Serena persönlichen in Hanoi bei denen aufgeschlagen ist um das
alles für uns zu kären (DANKE NOCHMAL DAFÜR!) Und so sind wir dann auf Da
Nang gekommen... mit einem Zwischenstopp in Ho Chi Minh City (ehemals
Saigon) und dann ein kurzer Weiterflug nach Da Nang, so der Plan.
Doof nur, dass wir genau 20min (!) für den interchange hatten... da ich
natürlich Sonnencreme und Co dabei hatte (und somit über den 1L Flüssigkeit
gekommen bin), mußten wir einen Koffer als Gepäckstück aufgeben und wurde
noch drauf hingewiesen, dass wir unseren Koffer dann in  Ho Chi Minh nochmal
aufgeben müssten. WIE BITTE?! Kurz auf die 20min hingewiesen.
Schulterzucken, auch die Managerin (immer mit Handy am Ohr) gab nur ein "da
kann ich Ihnen jetzt auch nicht helfen!" von sich.
HERVORRAGEND... daran war jetzt nix mehr zu ändern. Also mit einem mulmigen
Gefühl in den Flieger.
Stefan hat sich dann eine der Stewardessen geschnappt und auf unser
klitzekleines Zeitfenster hingewiesen. Die nette Dame ist sogar mit seinem
Zettel in der Hand zum Capitän und kam mit der Info zurück: kein Problem,
wir sind 20min früher da.
Aha..
Da wir immer noch nicht entspannter waren, haben wir nach der Landung
wieder gedrängelt und durften so mit der Business Class aussteigen. Dann
ging es in windeseile durch die Immigration (wir haben ja China verlassen)
und ab zum Kofferband... Stefan hab ich mit meinem Pass *irks*
vorgeschickt, damit er die Tickets klar machen kann und zur Not den Captain
persönlich ausknocken kann, bis mein Koffer und auch ich im Flieger sitzen
Ich bin in der Zwischenzeit wie ein Tiger im Käfig am Kofferband auf und
ab, auf und ab.. immer ein Auge auf die uhr...
Irgendwann konnte ich nicht mehr und hab mir einen Airport Mitarbeiter
geschnappt, der dummerweise gut englisch konnte. Zu gut in diesem Fall. Nach
dem ich ihn über meine verzwickte Lage in Kenntnis gesetzt hab, hat er mich
nämlich glatt gefragt, ob ich noch bei Sinnen sei, so eine Flugverbindung
zu buchen. Bitte?! Kurzes Gespräch mit vielen anderen Mitarbeitern denen
ich nicht folgen konnte, da vietnamesisch (die behaupten tatsächlich, dass
das ne Sprache ist..) und dann: gehen sie zum Kofferband und warten sie auf
ihren Koffer, das wird heut eh nix mehr. WUAH!
Also wieder zurück, siehe da, da ist er schon. Juhu.. dachte ich.. ich arme
Irre wußte da noch nicht, dass ich gefühlt 2km mit Koffer und Handtasche
RENNEN musste um zum Terminal zu kommen, und zwar DRAUSSEN.. in Vietnam
wohl gemerkt, bei herrlichen 36° und gefühlt 100% Luftfeuchtigkeit...
Bäääääääääääääh
Im nächsten Terminal hab ich Stefan zum Glück schnell wieder gefunden
(unsere chin. Handys funktionieren ja im Ausland nicht)
Ab zum Counter, ich war noch immer mit meiner Schnappatmung beschäftigt,
Koffer aufs Band, auf den gestreckten Daumen vom Sicherheitsmann gewartet
und - kaum hatte ich wieder Luft - mußten wir auch schon wieder rennen...
wie die Irren sind wir zum Gate, ohne Rücksicht auf Verluste... und kamen
genau zur Abflugszeit an. Vollkommen fix und fertig riefen wir: wartet auf
uns! wir sind da... haltet den Flieger auf...
Nur um einen grinsenden Vietnam Airline Mitarbeiter gegenüber zu stehen.
Das ist schön, sagt er.. aber wir boarden erst in 20min!
WAAAAAAAAAAAAAS?!
Naja, wengistens hatten alle anderen einen tierischen Spaß an der Szene :P
Mir taten nur die Mitreisenden etwas leid.. schließlich waren wir nun beide
klitschnass geschwitzt!
Blick direkt aus dem Hotelzimmer :-)

Platzsparend gebaut

Am Da Nang Flughafen hat Stefan auf den Koffer gewartet und ich hab einen
Info Schalter gefunden um raus zu finden, wie wir am besten und günstigsten
zum Hotel kommen.
Vor mir war eine Chinesin, die kaum englisch sprechen konnte.. und wissen
wollte, wie sie nun in Vietman an ihr Geld kommt.. tata... Glück für sie
dass ich gelauscht hatte, und prombt mit meinen chinesisch Brocken aushelfen
konnte... der Info Dame ist da mal eben alles aus dem Gesicht gefallen..
eine Ausländerin, die chin. spricht (dass das nur gestammelt war, konnte
sie wahrscheinlich eh nicht verstehen.
Hach, war das gut fürs Ego :P
Rein ins Taxi, ab ins Hotel.. mittlerweile konnten wir über unsere
Sprinteinheit schon herzlich lachen :)

Im Hotel angekommen, wurden uns gleich die Koffer abgenommen und wir wurden
gebeten Platz zu nehmen. Ok... dann mal los..
Denkst de, nach kurzer Zeit kam Mr. Nhung und nahm uns unsere Pässe und
Kreditkarte ab.. huch... kaum wollte ich protestieren, hatte ich auch schon
einen Welcome Drink in der Hand.
Nach kurzer Zeit war Mr. Nhung auch wieder da und verpasste uns eine
persönliche Führung über das schon bei Abend sehr beeindruckte Gelände und
Furama Resort. Viel zu viele Infos um die Zeit.
Er führte uns dann noch zu unserem Zimmer, auch hier gabs eine persönliche
Einweisung, samt handschriftlicher Notizen von ihm und auch unsere Koffer
waren schon wieder da.
Das Zimmer war beeindruckend, seht selbst!
Alles hat perfekt gepasst.. die Aussicht auf den Strand konnten wir leider
nicht mehr geniessen, da  es schon recht spät geworden ist.
Also haben wir es uns erstmal gemütlich gemacht, geduscht (was DRINGEND
nötig war) und ins Bett gekuschelt....
Sonnenaufgang von unserem Balkon

Impression vom "Infinity Pool"

Am nächsten Morgen haben wir uns erstmal ausgiebig beim Frühstück gestärkt
und im Anschluss natürlich den herrlich leckeren Vietnam Kaffe on the rocks
genossen... köstlich!
Danach haben wir einen kleinen Spaziergang durch die Gegend gemacht, auf
der Suche nach einem "Mini Markt", damit wir etwas zur Verpflegung parat
hatten.
Dann gings aber ab an den Strand... wow... der private Bereich war
menschenleer und außer Meeresrauschen war nix zu hören... paradiesich
Da ich mich ja entspannen wollte hab ich mir für abends noch eine Anti
Stress Massage gegönnt. Die ging dann doch eeeeeeeeetwas länger, und so
wurde aus unserem eigentlichen Plan, außerhalb zu Essen, nix mehr. War aber
auch nicht schlimm, es gab ja im Hotel genug Auswahl.
Danach haben wir  noch einen Strandspaziergang gemacht, barfuss und
Händchenhaltend... gehts noch romantischer :)

Der nächste Tag begann früh... wir haben uns den Sonnenaufgang am Ozean
nicht nehmen lassen und haben ihn von unserem Balkon aus
genossen... herrlich.
Ab zu einem kleinen Fotoshooting an den Pool.. und dann aber frühstücken...
dieses Mal in dem größeren Restaurant, mit einer noch größeren Auswahl.
Wow!
Danach haben wir einen kleinen Ausflug nach Hoi An gemacht, mit dem Hotel
eigenen Shuttledienst... selten haben wir in Asien einen so guten Fahrer
erwischt!
Wir haben die Zeit eher zum Shoppen genutzt und haben eine kleine Pause bei
Snack und Kaffee (natürlich) mit Blick auf den kleinen Hafen gemacht.
Kaum zurück, gings gleich wieder an den Strand und zwischendurch
an die Pools, da mir der Ozean doch nicht ganz geheuer war (jaja.. ich bin
ein Schisser)
Abends gabs noch eine traditionelle Tanzshow vom Hotel, die wir bei einem
Abendessen am Strand genossen haben.
Ausflug nach Hoi An

Hoi An

Japanische Brücke in Hoi Ans Altstadt

Am nächsten Morgen hieß es auch schon Abschied nehmen... erst nochmal an
den Strand :) und dann packen
Zum Abschied hat sogar der Himmel für uns geweint, und uns so den Abschied
leichter gemacht :)

Die Nacht haben wir dann in einem kleinen - aber sehr süßen - Hotel in
Flughafennähe in Saigon verbracht.
Und am nächsten Morgen ging es in aller hergottsfrühe wieder ab nach
Shanghai.
Natürlich war ich immer noch fuchsig, dass uns die Airline gleich 2x so
gestresst hat (erst Flug canceln, und dann diese depperte Flugverbindung)
und so hab ich nach dem Check Inn meinen Unmut auch Kund getan... zur
Wiedergutmachung gabs dann immerhin die Plätze am Notausgang, mit mehr als
genug Beinfreiheit...

Tja, und so endete unser Kurztrip... ich würde jederzeit wieder dort Urlaub
machen... es war einfach ein perfekt, entspannendes Erlebnis, was ich jedem
nur empfehlen kann :)

In diesem Sinne... stay calm
Stefan und Kathrin



Blick auf den Strand nach rechts...

und nach links... Menschenleer. :-)

Blick von der Lobby auf den Infinity Pool und das Meer

Einmal(ig) und nie wieder... oder: der Great Wall FunRun

Hallo liebe Leser,

dieses Mal möchte ich Euch von meinem Abenteuer "Great Wall FunRun"
berichten.

Es gab so einiges, was ich bereits in Deutschland über China erfahren habe, lange bevor unser Entschluss feststand, dort zu leben und zu arbeiten.
Dazu gehörte u.a. Die Pandabären Aufzuchtstation in Chengdu zu besuchen (erledigt: 11.06.2013) und das Eis- und Schnee Festival in Harbin bestauen (erledigt: 25.-27.01.2014).

Nun konnte ich endlich meinen letzten ToDo Punkt auf meiner Wunschliste in die Tat umsetzen!
Die Teilnahme am Great Wall Marathon!


Als ich von diesem Lauf das erste Mal gehört habe, gab es natürlich die volle Distanz (42km: NIE! IM! LEBEN!.. noch nicht mal ohne Mauer!) und die halbe (21km.. ja.. schon eher...) und dann einen sogenannten FunRun mit 5km... (PERFEKT!) 2013 wäre meine erste Chance gewesen, aber zu dem Zeitpunkt war ich - um es schmeichelhaft auszudrücken - alles andere als in Topform.
Dafür gab es in diesem Jahr keine 5km, sondern 7,5km... mmmmh Im Oktober letzten Jahres waren wir mit Maike das erste Mal auf der großen Mauer und spätestens da mußte ich der Wahrheit ins Gesicht blicken...
21km? Auf der Mauer?! Ohne mich...
So schön und beeindruckend die große Mauer auch ist.. sie hat es in sich!
Keine Stufe gleicht der anderen.. entweder sind sie verdammt tief und flach, so dass man nur kleine Trippelschritte hinbekommt ODER so hoch, dass ich mich frage, wie damals (die doch recht kleinen) Chinesen diese Stufen überhaupt im Ernstfall nutzen konnten um das Land vor den Feinden zu verteidigen ...
Somit stand mein Entschluss fest! 2014 nehme ich am Great Wall Marathon teil, aber nur an dem FunRun... ich hab natürlich nicht schlecht gestaunt, als ich mich an auf der Seite angemeldet habe.. nix mit 5 oder 7,5km...
jetzt gabs nur noch 8,5km.. lieber schnell anmelden, wer weiß, was einem 2015 blüht?! :)

6 Monate habe ich mich auf diesen Lauf vorbereitet... und das alles nur auf dem Laufband, da die Luftwerte in Shanghai nach wie vor nicht dazu geeignet waren um ernsthaft "an der frischen Luft" trainieren zu können.
Immer wieder musste ich Zwangspausen einlegen, mal machten meine Knie nicht mit... und natürlich kam auch mal das ein oder andere dazwischen (Thema Urlaub und so *g*).

Als es dann in die letzte - eigentlich harte - Trainingsvorbereitung gehen sollte, kam eines zum anderen: meine Schwiegereltern waren zu Besuch...
(Prioritäten müssen sein!) und dann stand der Company Trip meiner Firma an.. meine Laufsachen hatte ich im Gepaeck... aber leider auch eine recht hartnäckige Grippe, die mich ab dem Ausflug ausser Gefecht gesetzt hat.
Und so kam es, dass ich die Woche vor dem Lauf mehr tot als lebendig auf dem Sofa vor mich hin vegetierte... byebye Training...
Natürlich bin ich schnellstens zum Doc und hab ihn von meinen anstehenden Plänen berichtet.. Sein Kommentar: du willst doch nicht wirklich an dem Lauf teilnehmen?
Ein Blick genügte.... Ok, dann schreib ich Dir mal was auf.. Ende vom Lied: ich hab das Krankenhaus mit einer RIESEN Tüte an Medikamenten verlassen..

Bis Donnerstag Abend konnte ich mich noch nicht entscheiden, ob ich den Lauf wirklich antreten sollte...
Dafür hab ich dann in der Nacht zu Freitag ENDLICH mal, ohne Hustenanfälle oder Nase schnauben, himmlisch schlafen können... und wollte gleich nach dem aufwachen meinem Mann diese glückliche Tatsache mitteilen... doch es kam wieder alles anders: ein Blick in seine Richtung genügte um meine Gute Laune mit einem Schlag in Luft aufzulösen.. ich hab tatsächlich so gut geschlafen, dass ich nicht mitbekommen hab, dass er die halbe Nacht nur am flitzen war... MIST MIST MIST..... Ich war drauf und dran alles abzusagen!

Erst Knie, dann Grippe, dann liegt mein Mann und somit mein persönlicher Glücksbringer flach?! Sollte das ein Zeichen sein?!
Mehr oder weniger wurde ich dann aber von Stefan vor die Tür und somit in den Zug gesetzt... er wollte nicht, dass ich wegen ihm auf den Lauf und damit meine Chance verzichte... schweren Herzen und mit Glücksarmband bin ich dann allein nach Peking aufgebrochen.....
Zum Glück wurde ich dann in Peking nicht nur von Sadi, sondern auch von Irmi und ihrer Freundin Evi empfangen!
Irmi hat die Reise extra so geplant, dass sie und Evi beim Lauf zusehen können.... unglaublich! DANKE Krümelchen :)
Zusammen sind wir dann Richtung Hotel aufgebrochen, kurz das Zimmer in Beschlag genommen und dann vor Ort im Hotel das Buffet geplündert.... gegen 19h war ich dann auch schon wieder auf meinem Zimmer.. alles für den nächsten Tag griffbereit legen, nochmal tieeeeeeeef durchatmen... und ab ins Bett.

Am Samstag morgen (äh Nacht) war dann um 2.20h der Morning Call.... hmpf...um 3.30h Abfahrt.
Vom Hotel gabs noch Frühtstücksboxen (zwei Viertel Sandwich Scheiben, lediglich mit einer Scheibe Wurst belegt...), eine Orange, ein hartgekochtes Ei (klar, gute Idee, sowas vor nem Lauf zu essen *g*) und eingeschweißtes chinesisches Gemüse samt einer Flasche Wasser. Besser als nix.
Um ca. 6h waren wir dann an der großen Mauer, mit gefühlten 50 anderen Reisebussen. Du liebe Güte... erstmal anstellen... an die ca. 1km lange Schlange fürs WC.

Ab zum großen Yin und Yang Platz der den Start und Zielbereich darstellte... dann hieß es warten.
Erstmal gabs noch ein gemeinsames Warm up und dann natürlich viele offizielle Reden (ich hatte nicht wirklich die Ruhe dazu zu zu hören *ups*) Ab 7.30h folgten die Startschüsse, erst für die schnellen Marathon Läufer und dann im 10min Takt, bis es um 8.10h auch endlich für mich soweit war.
Brav in die Schlange gestellt und schwupp stand ich in einer super bunten Mischung von Läufern, wie ich sie noch auf keinem Rennen erlebt hab:
Spanier, Franzosen, Italiener, Schweizer, Amerikaner... alle waren sie gekommen um die Mauer zu bezwingen. Viele sind extra für diesen Lauf aus ihrem Land angereist, das erste Mal in China und dann am Startplatz gleich mit Blick auf die Mauer... das hat einige so erschreckt, dass sie ihre Distanz spontan auf die jeweils kleinere umgebucht haben.. ich Depp wußte ja schon - so ungefähr - was mir blüht...
Egal.. Augen zu und LOS!
OMG... endlich war es soweit.. das viele Training, die vielen Verzichte, alles für diesen Moment. Aber was dann folgte... darauf hätte ich mich im Leben nicht vorbereiten können! (und wenn, hätte ich den Lauf wahrscheinlich gecancelt) Die ersten 100m gings durch ein Dorf... ok, cooler Start... aber dann.. weiter und weiter und immer nur bergauf! Und ich war noch nicht mal auf der Mauer... gut, dass ich ein Cappi (eigentlich gegen die Sonne) auf hatte, so hab ich immer brav nach unten geguckt und nicht, was mir noch bevorsteht... wenn ich den Kopf doch mal angehoben hab, hab ich es sofort bereut.
Schon in dem Dorf gab es nicht eine gerade Strecke.. immer höher und höher.. es wollte nicht aufhören.. ich hatte mir felsenfest vorgenommen nicht mit dem laufen aufzuhören, aber ab Kilometer 2 mußte ich ins walken übergehen.. schließlich galt es, die Kräfte einzuteilen.. noch immer nix von der Mauer zu sehen...
Dafür war aber das ganze Dorf auf den Beinen, die Kids standen am Straßenrand und wollten von jedem Läufer die Hände abklatschen (super süß!) und der Rest hat sich für dieses Ereignis einfach nur raus geputzt und uns komisch schnaufenden Ausländer angefeuert (die fragen sich wahrscheinlich jedes Jahr was dieses Theater eigentlich soll) Die Versorgung unterwegs war einwandfrei... es gab an jeder Versorgungsstelle genügend Wasser und das hatte ich auch bitter nötig.
Die Strecke war optimal ausgeschildert, so dass man nie überlegen mußte, wo man lang laufen muss... Top organisiert kann ich da nur sagen!

Dann, ab Kilometer 5 gings auf die Mauer... OMG... gehts noch härter? Und wieder...
nur hoch, Trepp auf Trepp auf... keine Chance das Ganze zu genießen.. ich mußte mich auf jeden Schritt konzentrieren, da auch dieser Mauerabschnitt natürlich keine genormten Stufen hatte... Ich dachte, meine Waden explodieren! Ab diesem Abschnitt liefen wir dann auch wieder zusammen mit den Marathon und Halb Marathon Läufern. Wie irre muss man sein?! Zwischendurch haben wir uns gegenseitig angefeuert. Auf der Mauer waren dann auch mehrere Stationen mit Sky Rescue (!!!) Teams und dem Roten Kreuz.
Sehr nett, wie ich dachte.. bis es an den Abstieg ging.. wenn ich bis dahin dachte, ich will endlich runter.. hab ich es ab diesem Moment bitter bereut!
Erst war da einfach nur ein Stau, dann wußte ich auch warum.. es gab keine Stufen mehr! Nur noch ein Geländer (und dann gings auch schon tieeeeeeeeeef runter) und nur noch ein Gefälle auf recht glatten Stein (danke an den Wettergott, bei Regen wäre diese zwei Passagen echt sehr gefährlich geworden).
Zwischendurch hab ich mir immer wieder Marathonis rausgepickt die ich als Tempohasen missbraucht hab.. aber ganz ehrlich? Ich hab keine Ahnung wie die das anstellen, die hatten schon mehr als 36km in den Waden und ich keuchte rum.. peinlich, erniedrigend.. schweißtreibend.. aber geil :) Endlich gings runter von der Mauer und ich konnte die Zielgrade sehen.. ein Adrenalinschub sondergleichen.. GESCHAFFT.. ha! DENKSTE!
Wir mußten den letzten kilometer in Schlaufen laufen.. ARGH! Unfair.. ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr... vor mir gaben mehr und mehr Läufer auf und sind ins gehen übergegangen. NEIN! ich will laufen, oder naja, so tun als ob...
Dann endlich.. Treppe runter.. UND:.. JIPIH.. geschafft.. Zielfoto, sogar ne Medaille hab ich umgehangen bekommen (meine ERSTE!) Watt?! Schon vorbei?! Das wars...? Krass...

Ich wußte nicht, ob ich hysterich lachen oder vor Schmerzen heulen sollte.. meine Waden haben gezittert, meine Oberschenkel sich verkrampft.. ich hab es geschafft!
1h und 34 min hab ich gebraucht.., nur vier Minuten langsamer als geplant (ohne diese fiese böse Strecke erahnen zu können.. ich Orakel!).

Ich brauchte ca. 30min um wieder Frau meiner Sinne und Muskeln zu werden. Wir haben noch brav auf die Mittagsausgabe gewartet... und wurden belohnt:
es gab so richtig leckere Sandwiches in XXL in verschiedenen Sorten, ich hab mich für Truthahn entschieden. Und da fiel mein Blick auf eine weitere Schlange... die offiziellen Ergebnisse hingen aus!
Ich hab gesucht und gesucht.. und mich nicht gefunden.. hab unten angefangen... immer höher und höher.. DA! Tätsächlich! Ich hab es bei den Frauen auf Platz 16 geschafft.. nur Sekunden trennten mich zu den TOP10...
IRRE! Wie hab ich das nur gemacht?! Egal... freu freu freu..

Dann mußten wir nur noch rausfinden, wie wir zum Hotel zurück kommen.
Gar nicht so einfach.. die Busse waren alle da.. sahen aber A) alle gleich aus und B) hatten alle das gleiche Schild vorn drin: GREAT WALL.. ja, ach nee... aber zurück? Zu welchen der unzähligen Hotels?... immer mehr Läufer kamen zum Parkplatz, alle mit dem Fragezeichen im Gesicht..
Irgendwann haben wir einen Bus entdeckt und sind dann leider alle Hotel angefahren.. unseres war natürlich das letzte...
Egal, schnell duschen, noch a bisserl mit Irmi und Evi die Gegend erkunden und dann waren wir mit chinesischen Freunden natürlich zum Peking Ente Essen verabredet (lustigerweise in genau dem gleichen Restaurant, wo wir auch mit Maike waren... dieses Mal allerdings fussläufig von unserem Hotel entfernt).

Danach war ich schlag k.o. Ab ins Bett und am nächsten Morgen stand für mich nur noch packen und Rückfahrt auf dem Programm. Um ca. 19h war ich dann zu Hause, leicht angeschlagen, aber immer noch mit einem fetten Grinsen im Gesicht...

Mal gucken, auf welch lustige Ideen ich demnächste komme :)

Ihr Lieben, passt gut auf Euch auf
Kathrin und Stefan

Companytrip 2014

Hallo liebe Leser,

heute möchte ich Euch von unserem diesjährigen EDAG Companytrip berichten.

Bereits im Vorfeld haben wir von unserer Sekretärin eine kurze Präsentation bekommen, wo es hingehen soll und welche Hotels ausgewählt wurden.
Desweiteren hat mein Teamleiter mich auch dieses Jahr dazu verdonnert, als "Volunteer" für meine Abteilung (ingesamt 5 Personen und somit schön übersichtlich) zur Verfügung zu stehen.
Im Vorfeld bedeutet das, alle Auskünfte von den Kollegen einzusammlen (Teilnahme: ja/nein, Kontaktdaten etc.) und an Amy, gesammelt, weiterzugeben.
Während der Reise war ich dann dafür verantwortlich, dass alle pünktlich zu den genannten Treffpunkten erschienen etc. pp... also so eine Art Kindermädchen. :)

Los ging es in diesem Jahr bereits am Freitag Mittag.
Alle rein in die zwei Reisebusse und dann wurde auch schon Reiseproviant verteilt. Sehr aufmerksam.
Zuerst sind wir nach Wuzhen gefahren und haben uns die westliche Seite angesehen... herrlich.. ich liebe diese kleinen Wasserstädte (wir haben ja schon Zhujiajiao zusammen mit meinen Schwiegereltern besichtigt). Es gab wieder viel zu sehen und zu entdecken und natürlich MUSSTEN wir die örtlichen Köstlichkeiten probieren.
Das war u.a. eine Frühlingsrolle, die per Bügeleisen platt gedrückt wurde... warum nicht? War jedenfalls seeeeeeehr lecker!
Abends gings dann ins Hotel und erstmal ab zum Dinner.
Ich hab schon zu diesem Zeitpunkt geahnt, dass sich bei mir irgendwas anbahnt.. und bin dann direkt ins Zimmer und wollte so viel wie möglich schlafen.
Schade, dass mein Zimmer anscheinend direkt neben nem ausgewachsenen Schiffsmotor gelegen hat.. ein Gebrumme die ganze Nacht... so ein Käse.

Samstag früh wurde, nach dem Frühstück, gleich ausgecheckt und wieder rein in den Bus. Wir blieben noch ein bißchen in Wuzhen und haben uns auch die andere Seite angeguckt.. auch schön :) Da der Kaffee im Hotel nun wirklich den Namen nicht verdient hat, haben wir uns zu Dritt auf die Suche begeben und haben tatsächlich einen Fake-Starbucks-Shop gefunden.
Erst standen wir vor einer leeren Theke. Wie gemein.. da stand sie,die schöne Kaffeemaschine.. aber kein Personal. MIST.. Gott sei Dank hat der Flurfunk wohl funktioniert und ratzfatz kam die Besitzerin angedüst und hat uns mit Koffein versorgt.. KÖSTLICH!
Der Kaffee war so gut, dass wir auf dem Rückweg nochmal vorbei sind um uns eine zweite Ladung einzuverleiben.. :)

Wieder rein in den Bus und weiter gings.. Dieses Mal zum MoGan Berg...
leider war das Wetter sehr schlecht, so dass wir unseren Aufenthalt dort auf ein Minimum begrenzten und uns lediglich zwei Häuser angesehen haben, wo auch Mao für kurze Zeit residiert hat (das war jetzt für uns Ausländer nicht soooooo spannend..: ah, ein Tisch.. ui, ein Bett... *g*) dann gabs noch nen Wasserfall zu besichtigen... und wieder rein in den Bus, ab zum nächsten Hotel

Während alle auf ihre Zimmer durften, mußten die Volunteers die Spiele vorbereiten...
Kaum waren wir damit fertig, kam auch schon die hungrige Meute :) Nachdem der größte Hunger gestillt war, gings auch schon los mit dem Spielen....
Beim ersten Spiel mußte man von einer Schale mit Wasser gefüllt Glasmurmeln, natürlich stilecht mit Stäbchen rausfischen (das war schon nicht einfach) und dann eine kurze Strecke rennen um die Murmeln in eine andere Schale zu deponieren. Anfassen streng verboten.. Für dieses Spiel haben sich dann auch nur chin. Kollegen gemeldet... Hihi
Weiter gings mit einem Spiel, wo man paarweise mit Luftballons aneinander geknotet wurde. Ziel war, von den anderen die Ballons zu zerstören und die eigenen möglichst zu schützen...

Weiter gings mit "finding things"... ab auf die Bühne, dann wurden Begriffe genannt (Handys, Geldscheine, Ringe), die die Kandidaten vom Publikum einkassieren mußten und wieder zurück auf die Bühne bringen mußten... außer Rand und Band waren sie alle... erschreckend :) Und ja, es hatte was von nem Kindergeburtstag :)
Das naechste und letzte Spiel hat hingegen schon Tradition :) Das EDAG Bier exen Dieses Mal wollte ich auch mein Glück versuchen und hab mich freiwillig gemeldet. Was tut Frau nicht alles für die kulturelle Integration?!
wir wurden in 5er Gruppen aufgeteilt und mußten gegen 4 weitere Kandidaten antreten.. wir Mädels hatten in der ersten Runde einen Zeitvorsprung von 10 Sekunden.
Hehe... Bis die Männer in meiner Gruppe zum Zug kamen, war mein HALBER LITER (!) Bier so gut wie weg... ätsch.
Damit hab ich mir direkt den Einzug ins Finale gesichert... 10min Pause (Gott sei Dank, ich war nämlich in der letzten Gruppe und zwei halbe Liter hintereinander hätten mich dann doch überfordert) und weiter gings.
Im Finale waren drei deutsche Kollegen (wer hätte das gedacht?) und eine chinesische Kollegin (Smoki, keine Sorge, dass ist nur ihr sehr zutreffender Spitzname)!
Dieses Mal haben wir Mädels nur 5 Sekunden Vorsprung bekommen (Smoki hat lauthals protestiert: Ich bin ein chinesisches Mädchen und muss gegen Deutsche im Bier trinken antreten! Ich brauch 15 Sekunden!) Hat aber alles nix genützt... Dieses Mal hat der Vorsprung, bei mir, leider nur für Platz 2 gereicht.. gegen unseren Bier-König vom letzten Jahr mußte ich mich geschlagen geben... als kleine Revanche hat er dafür den zweiten Entsafter (auf den ich eigentlich scharf war *hehe*) gewonnen. Ich hab ein Haarset bestehend aus Föhn und Glätteisen von Phillips ergattert...

Gott sei Dank war das Essen so gut wie vorbei... ein Liter Bier auf ex (und dann auch noch warmes!) war dann doch ganz schön viel und so bin ich wieder direkt in die Koje... dieses Mal ohne brummen. :)

Am nächsten Morgen hab ich erstmal das reichhaltige Buffet geplündert.. am liebsten wären wir zum Brunchen gleich dort geblieben. Wurde aber abgelehnt, also rein in den Bus und ab zum letzten Punkt auf der Agenda:
Xia Zhu River, wo wir erst eine Bootstour gemacht haben und dann durch die schöne Gegend gewandert sind... wirklich schön.

Danach gabs dann noch ein lokales Mittagessen... und wieder rein in den Bus und ab nach Hause...
Spätestens da war mir klar, dass mich irgendwas böses erwischt hat.. ein gehuste und geröchel... Sorry an die Kollegen die ich damit vom Schlafen abgehalten hab :/

Zum Abschluss nochmal ein RIESEN Dank an die Organisatoren, es war wirklich ein gelungener Ausflug... und natürlich an mein Team, das komplett zum Company Travel angetreten ist :)

Wir wünschen Euch eine schöne Woche
Kathrin und Stefan