Hallo liebe Leser,
aus ganz besonderem Anlass hier nun endlich mal wieder ein sehr ausführlicher Bericht aus unserem Leben, denn.. meine Eltern haben uns für eine Woche in unserer aktuellen Heimat besucht ☺
Aber der Reihe nach: Montag waren wir beide normal beim Sport und haben die letzten Vorbereitungen und Erledigungen getätigt. Dienstag ging es nochmal flott zu IKEA (natürlich haben wir auch ganz vorzüglich dort diniert *g*).
Am Mittwoch war es dann soweit, wir hatten unseren ersten Urlaubstag und sind früh gen Flughafen aufgebrochen, um meine Eltern in Empfang zu nehmen, traditionell mit Willkommensschildchen... Doof nur, dass die Beiden wohl die Piloten bestochen haben, denn anstatt 10.15h waren wir sie schon um 9.45 gelandet und somit sogar vor uns im Willkommens Bereich. Gefunden haben wir uns trotzdem in dem Gewusel und es wurde erstmal herzhaft geknuddelt.
Nun folgte auch schon das erste Highlight (von hoffentlich vielen) für meine Eltern: Eine Fahrt mit der Magnetschwebebahn (Maglev). Doch leider fuhr sie „nur“ 300 km/h schnell (430 km/h schafft sie maximal, darf sie aber nur zu bestimmten Uhrzeiten fahren). Die Maglev-Strecke endet noch recht ausserhalb von Shanghai, so dass wir die restliche Strecke mit dem Taxi hinter uns brachten.
In der Wohnung eingetroffen, gab es erstmal eine kleine Führung, anschließend wurden die Koffer ausgepackt, und die beiden konnten sich frischmachen. Im Anschluss sind wir direkt zur nächsten Polizeistation, um die beiden ordnungsgemäß anzumelden. Da wir eh schon unterwegs waren, haben wir sie auch gleich mit unserer „Nachbarschaft“ vertraut gemacht. Doch allzu viel Zeit hatten wir nicht mehr, denn wir haben unser traditionelles Willkommensdinner organisiert damit die beiden unsere Freunde und Kollegen kennenlernen konnten. Zufälligerweise hatte ein Kollege von Kathrin auch gerade seine Eltern zu Besuch, so hatten wir dann vier neue Gesichter am Teppanyaki-Tisch. Das Absackerbierchen gab es dann, nach dem reichhaltigen Essen, in der Ausländergasse, bei der Shanghai Brauerei. Dann erst haben wir die Beiden ins Reich der Träume gelassen. Aber nur so ist man gleich im Tagesrhythmus drin (Immerhin sind wir Euch 6 Stunden voraus).
Am Donnerstag morgen sind wir, nach einem deutschen Frühstück (lecker deutsches Brot, Käse, Marmelade, Butter und Kaffee), gen JingAn Tempel gefahren. Dieser wird leider gerade renoviert, so dass wir nicht die komplette Außenfassade bestaunen konnten. Weiter gings zur Nanjing Road, wo wir gemütlich diese riesen Fußgängerzone auf uns wirken lassen konnten. Zur Stärkung gabs einen Kaffee, natürlich mit 1a Blick aufs bunte Treiben. Als wir am Ende der Fußgängerzone in die Metro steigen wollten wurde uns zum ersten Mal bewußt, dass hier auch der 1. Mai ein Feiertag ist. Die Station war zum Bersten voll, also sind wir wieder raus und rein ins nächste Taxi, ab zum Tao Bao Fakemarkt. Dort wollten wir eigentlich ganz gemütlich durch, doch die Verkäufer waren sehr aufdringlich. Nächste Station war der Schneidermarkt. Kathrin hatte dort noch ein paar Auftäge, die sie jetzt abholen wollte. Wir Männer sind dann draussen geblieben und haben uns die Köstlichkeiten der Straßenläden schmecken lassen.
Anschließend sind wir, mit einem Taxi, in das Künstlerviertel Tianzifang gefahren, wo es auch sehr viel zu sehen gab. Dort haben wir dann auch in einem Steak- und Burgerhaus zu Abendbrot gegessen.
Den Freitag bin ich mit meinen Eltern zum BUND gefahren, um uns die Häuser im Kolonialstil anzuschauen und ein wenig über die Promenade zu wandern. Wir sind dann auch mit der Fähre auf die andere Flussseite gefahren. Dort konnte ich meinen Eltern die gewaltigen Hochhäuser aus nächster Nähe zeigen. Kathrin ist derweil zum Sport gegangen.
Wir haben uns dann alle wieder an unserer Metrostation getroffen und sind dann zur Ausländergasse gefahren. Nach einer kurzen Mittagsrast - mit weissem Spargel in einem deutschen Restaurant - sind die beiden Damen in den naheliegenden Pearlmarkt getigert und waren shoppen. Mein Papa und ich haben die Zeit, sehr angenehm, im Biergarten verbracht, bei herrlich Sonneschein. Nachdem wir die beiden wieder eingesammelt haben (sicher ist sicher), sind wir mit einem Taxi nach Xintiandi gefahren und waren dort bei Kathrins Lieblingsitaliener dinnieren und anschliessend dort noch ein wenig zu flanieren.
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Arbeit. Nach einem leckeren Frühstück bei Mr. Pancake sind wir mit der Metro nach Anting gefahren. Dort raus, haben wir das nächste Taxi angehalten, um erst zu Kathrins Firma zu fahren und anschliessend meinen Eltern zu zeigen wo wir aktuell unsere Arbeitstage verbringen. Von dort aus sind wir zu Fuss zu meiner Firma marschiert. Das nächste Ziel war dann das Shanghai Automuseum, welches auch in Anting zu Hause ist. Es ist vergleichbar mit dem Zeithaus aus der Autostadt. Nachdem wir dann kurz nach Hause sind um uns frisch zu machen ging es mit ein paar Freunden in ein Hotpot-Restaurant, wo wir den Abend gemütlich ausklingen liessen.
Sonntag sind wir hungrig und ohne Frühstück zu „Käfer“ nach Pudong gefahren und haben, mit Blick auf den Fluss, ordentlich gebruncht. Nach einem kurzen Abstecher in die hauseigene Eisbar haben wir uns an den Aufstieg zur großen Perle des Pearltowers gemacht. Die Weitsicht hätte besser sein können. Da wir noch genügend Zeit hatten und der Pearltower recht leer war, wagten wir uns auch auf den „Flaschenöffner“. Am Ticketschalter meinte man zwar, dass wir gar nichts sehen werden, was uns aber egal war. Auf das Erlebnis kam es an. So gelangten wir kurze Zeit später zur 100. Etage auf 474 m. Die Aussicht war eigentlich grandios, so viele Wolken konnten wir von oben sehen und die Spitzen des Jin Mao Towers und des Pearltowers ragten daraus empor. ;-)
Zum Abendessen ging es dann wieder in Richtung Xintiandi aber dieses Mal entschieden wir uns für das Paulaner.
Am vorletzten Tag der Reise meiner Eltern planten wir einen Besuch einer Wasserstadt vor den Toren Shanghais. Hierzu mussten wir zu einer Bushaltestelle, die es ersteinmal zu finden galt. Doch wenig später saßen wir auch schon in einem Linienbus und starteten in Richtung Zhujia Jiao. Ungefähr eine Stunde später erreichten wir unser Ziel und machten erstmal bei einem Starbucks, mit Blick auf die größte Steinbrücke Shanghais, eine kleine Rast. Nach einem ausgiebigen Spaziergang, den Besuchen der örtlichen Sehenswürdigkeiten und einer Bootsfahrt fuhren wir wieder nach Shanghai zurück. Zum Abschluß dieses Tages zeigten wir meinen Eltern noch das größte Einkaufszentrum von Shanghai und speisten vor Ort vorzüglich.
Der letzte Tag begann sehr unschön... Seit Tagen hing ein Zettel mit einer Nachricht an die Mieter am Schwarzen Brett. Da wir die chinesischen Schriftzeichen nicht lesen können, konnten wir, natürlich auch nicht entziffern, dass heute, ausgerechnet heute, das Wasser im Haus abgestellt wird... An Duschen war ersteinmal nicht zu denken. Kurze Telefonaktion gestartet: Ayi für den nächsten Tag bestellt, bei Kathrins Firma den Zettel übersetzen lassen: ja, Wasser ist weg, sollte aber um 17h am gleichen Tag wieder funktioniern...
Die Feiertage hier sind um und die meisten müssen wieder arbeiten, also sollte es heute im Yu Garten leer sein. Und so war es dann auch. Selbst in der Altstadt und auf der Zickzack-Brücke war es recht übersichtlich. Besser für uns. So verbrachten wir einen Teil des Tages dort im Garten. Unser spätes Mittag nahmen wir bei unserem Lieblingsjapaner ein.
Anschliessend sind wir nach Hause und als erstes gleich zum Wasserhahn. Wir haben wieder Wasser, hurra! Also konnten wir uns alle noch frischmachen, bevor wir gen Abend zum Flughafen fuhren.
Erstmal war Schlange stehen angesagt.. beim Check in hatten wir dann „die Neue“ erwischt, die gleich von zwei Mitarbeiterinnen überwacht wurde. Die Arme. Dann mußte der Koffer nochmal geöffnet werden, etwas sah auf dem Röntgenbild wohl komisch aus. Natürlich nix dramatisches, und die Rückreise konnte starten. Der weitere Verlauf der Reise war wohl auch gut. Beide sind wohlauf und glücklich wieder zu Hause angekommen.
Die restlichen 3 Tage der Woche mussten wir normal weiterarbeiten. Für Kathrin steht an diesem Wochenende noch ein Ausflug mit ihrer Firma an und ich kann gemütlich faulenzen. ☺
In diesem Sinne wünschen wir Euch schon mal ein schönes Wochenende!
Viele Grüße aus dem mittlerweile sommerlichen Shanghai
Kathrin und Stefan