Montag, 28. Oktober 2013

Companytrip 2.0

Hallo liebe Leser,
Die Woche war wieder eine normale Woche mit Skypen, Sport, Chinesisch-Unterricht und Arbeiten.
Am Donnerstag waren wir allerdings gleich nach der Arbeit mit Laura, einer Praktikantin von Kathrins Firma, bei unserem Lieblingsjapaner verabredet. Es war Ihr Abschiedsessen mit uns da sie das Wochenende schon wieder nach Hause fliegt. Dort haben wir es uns gut gehen lassen.
Für das Wochenende hat meine Firma alle Mitarbeiter samt Familien zu einem Firmenausflug geladen, der am Freitagabend, nach der Arbeit, startet.
So sind wir mit, gepackten, Rucksäcken ab zur Arbeit. Eigentlich waren uns beide sicher, wirklich an alles gedacht zu haben. Doch mittags, der letzte Arbeitstag von Laura, kam in Kathrins Pause das Thema “Reisepässe” auf, schlagartig wurde ihr bewusst, dass sie die Pässe nicht eingesteckt hat. Also schnell mich angerufen. Doch auch ich habe sie nicht eingesteckt… Was nun?
Die Ausweise sind wichtig da man sonst nicht in Hotels einchecken darf. Die Hotels müssen ja jeden Gast bei der Polizei melden. So weiß man hier immer wo sich der Einzelne aufhält. Wie Ihr schon gelesen habt, braucht man selbst für das Kaufen von Zug-Tickets den Pass.. ;-)
Ich hatte arbeitstechnisch nicht viel zu tun und hab deswegen vorgeschlagen, das ich doch “schnell” nach Hause fahren kann um die Pässe zu holen. Gesagt, getan.
Kurz gecheckt wann ich denn von der Arbeit los muss und schon mußte ich auch los um die Fahrt auch günstig zu behalten. Mit dem Taxi hätte ich für hin und zurück in Summe 40 Euro zahlen müssen zudem kam noch die Tatsache hinzu, dass es Freitag ist. Aber ich fahr sowieso lieber mit der Metro die mich letztendlich nur 1,50 Euro gekostet hat. ;-)


Gemeinsames Abendessen in Anting
So habe ich dann um 13 Uhr die Firma verlassen und bin zu Fuß zur Metrostation gelaufen (10 Minuten), habe aber unterwegs noch schnell das Guthaben meines Mobilfunkvertrages aufgeladen. Normalerweise geh ich in den Laden (so einmal im Jahr), nenn meine Telefonnummer und den Betrag, um den ich meine Karte erhöhen möchte. Doch dieses Mal musste ich mit der Dame zu nem Automaten. Dort kann jeder Geld auf sein Kartenkonto einzahlen. Doch die Kiste war neu und die Einzahlungen konnten, warum auch immer, nur in kleinen Schritten (100 RMB) erfolgen. Was bei 500 RMB (ca. 62,50 Euro) halt länger gedauert hat…


Nun aber los weiter in Richtung Haltestelle und rein in die Metro.
Zu Hause angekommen bin ich ersteinmal nicht rein gekommen da unsere Ayi gerade da war und sauber machte. Dabei steckt sie gern den Schlüssel von innen ins Schloss…
Ich hab meine Arbeitsklamotten schnell in was bequemes getauscht, die Reisepässe und Kathrins Fleecejacke eingesteckt, die sie noch haben wollte, und machte mich auch schon wieder auf in Richtung Anting.

Pünktlich 16:30 Uhr erreichte ich mein Büro. Kathrin war bereits angekommen und hatte auch schon Zeit sich bequemere Kleidung anzuziehen. In der Zwischenzeit sind auch die anderen Familienmitglieder aus Shanghai abgeholt und am Büro angekommen. Unser erster Anlaufpunkt war ein gemeinsames Abendessen in der “Bierstube” in Anting. Das ist ein Restaurant mit überwiegend deutscher Küche, welches von einem Deutschen geführt wird. Im Vorfeld konnte sich jeder sein Essen aus einer unübersichtlichen Anzahl von Gerichten selbst zusammen stellen. Dadurch bekamen nicht alle ihr Essen zeitgleich sondern die Kategorien kamen in Gruppen. Also einmal kamen alle Pizzen, danach dann alle Schnitzelgerichte etc. Wenn man dann das Pech hatte und die letzte Kategorie gewählt hat, kam man erst sehr spät in den Genuss des, wirklich guten Essens. Eine Stunde war veranschlagt, 2 Stunden dauerte es dann doch. Vollkommen normal hier.
So gegen 19:30 Uhr machten wir uns dann auf dem Weg zu unserem ersten Hotel in Hangzhou. Da alle Mitarbeiter aus China eingeladen waren, wurde anfangs beschlossen, dass die Kollegen, die nicht aus Shanghai kommen, nach Hangzhou fliegen sollen. Im Hotel haben wir uns dann alle getroffen.
Das Hotelzimmer war okay. Es stand sogar eine kreisrunde Badewanne mitten im Raum! Nur die Tapetenfarbe (habe ich mir sagen lassen) und die Kronleuchter waren nicht ganz so unser Geschmack. NächstenMorgen um 7:00 Uhr wurden wir geweckt. Das Frühstück im Anschluss war aber doch so sehr chinesisch, dass wir nicht ganz so viel gegessen haben. Im Anschluss mussten wir auch schon wieder auschecken und unser Gepäck im Bus verstauen.
Das nächste Ziel war ein ganz altes Dorf mit nur 500, meist ganz alten, Einwohnern. Nach einem Mittagessen, welches ganz okay war, wurden wir durch das Dorf und seinen 2 Tempeln geführt. Und schon ging es auch schon weiter zum heutigen Höhepunkt.
Es war, natürlich, wieder ein Berg, den es zu bestiegen galt. Zumindest haben wir (Kathrin und ich) uns vorher dafuer entschieden. Wir hatten auch noch die Wahl zur Benutzung der Seilbahn um hoch zu kommen, aber das wollten wir nicht. Ich schon allein wegen meiner Angst vor Höhen nicht. Wie sich heraus stellte war es genau der gleiche Berg, den Kathrin mit Ihrer Firma bei einem Abteilungsausflug anfang des Jahres besuchte. Aber das blieb nicht die einzige Übereinstimmung beider Touren. Nähmlich das Hotel heute Abend und auch der morgige Ausflug sind die selben Lokalitäten. ;-)
Pomelo-Baum mitten im Dorf

Doch wir lagen schon weit hinter unserem Zeitplan zurück, so dass wir es zeitlich gar nicht geschafft hätten hoch und anschliessend wieder runter zu wander. So mussten alle mit der Seilbahn hoch. Super! Als ob ich diesem Monat nicht schon genug Seilbahn gefahren bin… Dann war es auch noch eine kleine, unstabil aussehende Kabine und es roch verbrannt in dem Einstiegsbereich, gar nicht gut für mich…
Also gut, Augen zu und durch (im wahrsten Sinne des Wortes). Oben angekommen wurde es, für mich, ersteinmal nicht besser…Es folgte nämlich ein Skywalk, also ein Weg aus Beton der waagerecht in eine gerade abfallende Felswand getrieben wurde… Aber auch das habe ichüberstanden. Wir sind an einem Kloster vorbeigegangen, welches, zum Teil, in den Felsen reingebaut wurde. Als wir wieder richtigen Felsen unter unserem Fussweg hatten ging es mir dann wieder besser und wir zu dem einen Highlight, einem grossen “goldenen” Buddha, weiter wandern. Den weiteren Weg entlang kamen wir noch an einem zweiten Kloster, im Berg, vorbei. Unterwegs wurde uns ein “natuerliches” Gesicht Buddha’s im Felsen gegenueber versucht zu zeigen. So ganz konnte ich den Ausführungen nicht folgen da ich nicht das gesehen habe was man dort angeblich, klar und deutlich, sehen kann. Stattdessen habe ich an der Stelle ein Gesicht gesehen welches nicht zur Seite sondern in unsere Richtung blickt. Doch meine Erklärungen wurden abgewimmelt bevor ichüberhaupt alles zeigen konnte, was ich sehe. Ich lag falsch, basta! Sehr nett und flexibel war unsere Fuehrerin…


Dort oben ist unser Ziel

In einem Bereich war ein riesiger Gingko-Baum. Dieser war voll mit Muenzen, die mit roten Bändern an den Ästen befestigt waren. Es soll Glück bringen wenn man auf das Band seinen Namen schreibt und dann an dem Baum befestigt. Kathrin hat für uns auch ein Band organisiert, jeder hat unterschrieben und ich durfte dann zusehen wie ich das Band mit, an jedem Ende verknoteten, Muenzen so hoch bekam, dass es hängen blieb. Gleich der zweite Versuch Glückte auch. ;-)

Nun hiess es: Rascher Abstieg. Die Sonne geht nämlich bald unter und dann ist’s hier finster. Niemand möchte im Dunkeln eine, nicht der Norm ensprechenden, Treppe runter gehen, so ganz ohne Beleuchtung. Nicht nur die Höhenunterschiede variieren sondern auch die Tiefe der einzelnen Stufen.
Kaum sind wir alle ohne Verletztungen heil unten angekommen hatten wir gleich 2 Probleme:
1. Gab es dort ein Stilles Örtchen, allerdings ohne Licht… So mussten wir alle unsere Handys rausholen um überhaupt etwas zu sehen.
???? :-)

2. War von unseren beiden Bussen nur einer zu sehen… Und es fehlte, natürlich, der Bus in dem wir unterwegs sind. Aber es gab schnell Entwarnung. Der Bus hat nur schon mal die erste Welle an Kollegen zu unserem heutigen Hotel gebracht und befindet sich wieder auf dem Weg zu uns.
Irgendwo soll hier der natürliche
Buddhakopf sein...
Der ist auch so rasant gefahren, dass wir ihn erst gar nicht haben kommen hören und dann gerade noch Zeit hatten aus dem Weg zu springen, der Parkplatz war unbeleuchtet und so konnte er uns bei der kurvigen Auffahrt auch gar nicht sehen, ohne Licht. Aber nichts passiert, zum Glück!
Das heutige Hotel war 30 Minuten entfernt und war um längen besser als das Erste. Allein das Buffet abends und morgens war schon eine Wucht. So viel Auswahl. Das wurde nur noch durch das Zimmer getoppt. Das war wohl, mit Abstand, das bisher grösste Hotelzimmer welches wir jemals bewohnt haben. Es schien auch sehr neu zu sein. Keine typischen Abnutzungserscheinungen. Sogar einen Rubick’s Zauberwürfel lag für den eigenen Zeitvertreib rum. ;-)
Der nächste Morgen begann früher als der erste Tag. 6:30 Uhr wurden wir geweckt. Im Anschluss an das, bereits erwähnte, leckere Frühstück wurden wir zu einem Fluss gekarrt. Doch auf dem Weg dorthin blieb unser Bus stecken. Das Getriebe war im Eimer. So musste der andere Bus erst alle Teilnehmer zum Fluss bringen und uns dann auch dorthin fahren.
Kaum hatte das Boot, es war ein zweigeschossiger Ausflugsdampfer den wir fuer uns komplett allein hatten, abgelegt legte es auch schon wieder an einer anderen Stelle an. Alle raus und nen kleinen Hügel rauf. Dort konnte man eine Pagode sogar bestiegen. Die Gänge des Turmes waren so eng, dass ich beim runtergehen doch ein paar mal kurz stecken blieb. Ist ja auch kein Wunder, bei meinen breiten Schultern. ;-)

Anschliessend fuhr das Boot dann ca 2 Stunden bis zum nächsten Stopp. Hier war das Highlight ein 100 Meter hoher Wasserfall. Diesen erreichten wir auch nach einem kleinen Spaziergang. Den kleinen Wasserfall im Hintergrund nutzten wir für ein Gruppenbild. Doch während wir uns aufstellten bekamen wir immer mehr Gischt ab. Ich dachte mir noch, gut ist halt windiger da oben. Das war aber falsch. Der Wasserfall war nun deutlich breiter und es kam viel mehr Wasser runter.
Auf unsere Frage, ob es dort oben eine Pumpe gibt, die extra für uns angeschaltet wurde haben zwei Reiseführer vehement darauf bestanden dass das ein natürlicher Wasserfall ist. Und unsere Frage: “Wie erklären sie sich die kurfristige Zunahme der Wassermenge?” wurde beantwortet mit: “ Dort oben gibt es ein Stellventil was jetzt aufgedreht wurde.” So viel zu dem “natürlichen” Wasserfall. ;-)
Wieder rauf auf’s Boot. Nun ging es zu einem anderen Anlegeplatz, wo auch schon der eine Shuttlebus auf uns wartete. Wieder in zwei Runden wurden wir zum Mittagessen in ein Restaurant gefahren.
Unser Boot
Das Essen war sehr lecker und von den beiden Tellern, die uns am Tisch am Besten geschmeckt haben, bestellte Kathrin fuer uns auch noch Nachschlag. :-D
Und waehrend wir so schoen speisten kam auch der Ersatzbus an, der uns nach Shanghai bringen soll.

Das war dann auch der offizielle Abschluss der Reise. Eineinhalb Stunden spaeter hatten wir noch einen gemeinsamen Halt an einer Autobahnraststaette. Danach fuhr der eine Bus nach Anting und der andere nach Downtown Shanghai. Gegen 19:30 Uhr sind wir zusammen mit Olli, Serena, Chrissi und Fernando ausgestiegen. Wir wollten noch eine Kleinigkeit Essen gehen. Doch Fernando und Chrissi sind direkt nach Hause. Olli hat ein HotPot-Fastfood-Restaurant empfohlen. Dorthin waren wir dann auf dem Weg. Wir, zu viert, rein gleich einen Tisch bekommen und hingesetzt. Olli hat, da er dieses Restaurant kennt, die englisches Karte bestellt. Er war schon mehrmals dort und hat immer eine englische Karte bekommen. Nein, sowas haben wir nicht war nur die Antwort. Gut, dann halt nicht. So sind wir wieder mit unserem ganzen Gepaeck raus und ins gegenueberliegende koreanische Barbeque-Restaurant gegangen und haben wieder einmal lecker gespeist und so das Wochenende ausklingen lassen.
Das haette auch so schoen Enden koennen aber da haben wir die Rechnung ohne den Taxifahrer gemacht, der uns nach Hause bringen sollte. Von Xujiahui zu uns geht es in nordwestlicher Richtung. Zuerst wendete er auch in die richtige Richtung. Fuhr dann aber links anstatt rechts, was noch in Ordnung gewesen war da in der anderen Richtung meist viel Verkehr herrscht und die Verkehrsfuehrung auch nicht so optimal verlaeuft. Doch an der naechsten und uebernaechsten Moeglichkeit nach rechts abzubiegen missachtete er komplett. Ich hab ihm nochmal eindeutig klar gemacht wo wir hinwollen.

Ja, ja, war seine Antwort zusammen mit einer Bewegung seiner Hand wo er uns den Weg zeigte. Doch als er nach zwei weiteren Moeglichkeiten rechts abzubiegen, trotz meiner lauter gewordenen Stimme, er moege doch jetzt rechts abbiegen, immer noch gerade aus weitergefahren ist, platzte uns beiden die Hutschnur. Ich hab ihm dann nur noch klar gemacht, dass er anhalten soll, sofort. Kathrin hat ihn dann immer wieder, auf chinesisch, ausgeschimpft. Der Fahrer wurde auch immer leiser. Bezahlt hab ich ihn trotzdem da er ja schon ein ganzes Stueck mit uns gefahren ist. Glueck im Unglueck standen wir jetzt direkt neben einer Metrostation der Linie, die auch direkt zu uns faehrt. Einmal umgeschaut, kein Taxi zu sehen, also rein in die Metro und ab nach Hause. Da waren wir ganz schoen geladen, kann ich Euch sagen.
Gruppenbild mit allen Teilnehmern
Zu Hause angekommen haben wir noch schnell Arbeits- und Sporttasche gepackt und sind dann auch sofort eingeschlafen. Es war ja auch mittlerweile 22:30 Uhr.
So, Euch noch einen schoenen Wochenanfang!

Stefan

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