Dienstag, 26. März 2013
Wer hat an der Uhr gedreht....?!
*schwupp* ist mein erstes (von hoffentlich drei) Jahren in China vorbei.
Einfach so..
Höchste Zeit also, dass ich Euch mit einem kurzen Rückblick beglücke :)
Manch einer von Euch fragt sich wahrscheinlich noch immer „Warum eigentlich
China“?
Tja, das habe ich mich am Anfang auch gefragt, seien wir mal ehrlich...
Ich bin nach China gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde, wie man so schön
sagt..
Mal – schwupp den Arbeitgeber gewechselt – und natürlich kam dort alles
anders als es sollte...
"Gestatten? Kathrin: China / China: Kathrin." Widerspruch zwecklos.
Da hab ich am Anfang ganz schön deppert aus der Wäsche geguckt... aber...
wir haben uns beschnuppert, kennengelernt und ganz zaghaft Freundschaft
geschlossen... hat gar nicht weh getan :P
Gut, die ein oder andere blutige Nase holt man sich schon... aber wo ist
das nicht so, wenn man ein Thema komplett neu kennenlernen muss?
Und dann sprach der Chef: na das scheint ja gut zu klappen. Kannst Du Dir
vorstellen nicht auch von China aus zu arbeiten?
Wer mich kennt, weiß, dass ich soooo schnell nicht sprachlos zu kriegen
bin. Da war es soweit.
Versteht mich nicht falsch... aber ich bin geborene Wolfsburgerin, bin dort
in den Kindergarten und zur Schule gegangen, hab meine Ausbildung in
Wolfsburg hinter mich gebracht und dort bereits mehrere Arbeitgeber
gefunden.
Kurzum: ich bin nie aus Wolfsburg weggekommen... Und dann? Gleich China?
Oh weia...
Zum Glück hatte ich in meinem Projekt zwei Dienstreisen (Sommer wie Winter)
und konnte mich ein bißchen umsehen... und was ich dort in der kurzen Zeit
gesehen hab, hat mir gefallen! Sehr sogar...
Nach langem hin und her.. der ein oder andere mag unsere Dramen mitbekommen haben, hat es endlich geklappt.. nicht ganz so, wie wir das geplant hatten, aber... wie heißt ein chinesisches Sprichwort? Das Leben ist nicht planbar.
Und so kam es dann, dass alles seinen Lauf nahm und ich erstmal allein in
China gelandet bin.
Ja, die erste Zeit war hart.
Und ich habs mir definitiv nicht so vorgestellt.
Aber, wenn man mutig ist und einfach mal alles auf sich zu kommen läßt...
stellt man fest... das Leben ist schön. Auch in Shanghai :)
Natürlich ist es schwer, alles hinter sich zu lassen.
Man kann nicht mal eben zu seiner besten Freundin auf ein Glas Rotwein
fahren und sich ausheulen.
Man kann nicht mal eben „Mama anrufen“, weil wir 6-7 Stunden Zeitumstellung
haben.
Man kann nicht einfach so alles verstehen.. die sprechen hier so eine
komische Sprache und haben merkwürdige Zeichen.
Aber... man bekommt so unglaublich viel zurück.
Mal ehrlich:
Habt Ihr je einen Ausländer einfach so angesprochen, wo er herkommt? Warum
er in Eurer Stadt ist? Wie es ihm gefällt?
Ich bis dato nicht... aber ich wurde schon oft einfach danach gefragt.. in
der U-Bahn, beim Sport, im Restaurant.
Man lernt hier so viel über sich selbst... wo seine Grenzen sind, was einem
wirklich fehlt, wenn man alles in Kisten gepackt zu Hause hat und was einem
wichtig ist.
Und – man muss über seinen eigenen Schatten springen können.
Ich werde nie vergessen, wie ich einst meinen Dad angefleht habe, einen
anderen Campingplatz auszusuchen... der, den wir ins Auge gefasst hatten,
war wunderschön.. mit Grün, Pool, Restaurant... aber.. nur Löcher im Boden,
anstatt WCs.. ein Ding der Undenkbarkeit für mich!
Und das drei Wochen lang? Im Leben nicht!
Und jetzt? Ohne mit der Wimper zu zucken würde ich lieber das Loch nehmen,
als so manch andere „WCs“ hier :P
Und.. wer das Foto von mir kennt, weiß was jetzt kommt... die kleine
Kathrin und die spanische Paella... manche Bilder brauchen keine Worte..
Und nu?
Reiße ich dem Scampi höchst persönlich den Kopf ab... mir die Finger
schmutzig machen beim Schale abpulen? Nehe, dann die chinesische
Variante... dran rum knabbern und auf den Teller damit... dafür wird man
aber meist mit ner leckeren Kruste belohnt..
Muscheln, Algen, "Jellyfish" (Qualle), Schildkröte, Frösche, selbst
Seegurke (wir werden nie Freunde!) hab ich schon verputzt.
Manches brauch ich aber nu wirklich nicht nochmal...
Natürlich ist man manchmal auch einfach nur traurig, wenn man z.B.
Hochzeitseinladungen bekommt und man weiß, dass man dieses wichtiges
Ereignis nicht mit seinen Freunden teilen kann.
Aber, man kann sich dafür auch tierisch freuen, wenn man eine Postkarte
bekommt... oder wie heute - ein Paket mit nem Osterhasen drin! (perfektes
Timing, meine Liebe!)
Ihr seht also, alles hat seine Vor- und natürlich auch Nachteile.
Bislang hab ich es aber noch nicht bereut, diese Entscheidung getroffen zu
haben.
Und.. in spätestens zwei Jahren heißt es wieder "back to normal"
Bis dahin hoffe ich auf weiter treue Leserschaften und die ein oder andere
Post von Euch :)
Take care
LinLin
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